
Kirchenkonzert begeistert das Publikum
Inzwischen hat das Kirchenkonzert des Musikvereins zum Jahresende schon Tradition. Die fünfte Auflage des Konzertes in der St. Michaelkirche setzte für die Kapelle wie für die Freunde konzertanter Blasmusik einen glanzvollen Schlussakkord des musikalischen Jahres.
Unter der musikalischen Leitung von Katherine Flynn-Hartmann spielte die Kapelle neben außergewöhnlichen Weihnachtsmelodien auch orchestrale Meisterwerke wie etwa Engelbert Humperdincks Der Abendsegen aus der Märchenoper Hänsel und Gretel. Die behutsame Umsetzung der erzählenden Streichparts durch das Holzregister und die Hornstimmen verlieh dem Stück eine sehr gefühlvolle, aber dennoch imposante Ausstrahlung.
Augen schließen und genießen war beim Publikum angesagt als der Musikverein das besinnlich wirkende Adagio aus Mozarts Klarinettenkonzert A-Dur KV 622 auflegte. Recht vielschichtig gestaltete sich das in den Orchesterstimmen subtil angelegte und dadurch faszinierende Meisterwerk. Das Stück präsentierte sich mit einer perfekten Balance zwischen Kapelle und der Klarinettistin Katja Braun, die immer wieder solistisch durch eine sorgfältige klare und leicht heiter intonierte Melodienführung brillierte.
Elke Haag moderierte das Kirchenkonzert und stimmte das Publikum mit passenden Gedichten und Geschichten auf das stimmungsvolle Programm ein. Eine atemberaubende Klangkulisse eröffnete sich sodann den Besuchern in der vollbesetzten Kirche als die Kapelle das festlich klingendes Werk Christmas Joy von Jan de Haan anstimmte. Vier international bekannte Weihnachtsweisen erfüllten den Kirchenraum mit einer unbeschreiblich reizvollen Atmosphäre.
Mit dem Titel A Classical Christmas vereinte die Kapelle opulente Kompositionen drei berühmter Komponisten des 19. Jahrhunderts: César Franck, Hector Berlioz und Camille Saint-Saens. Ein umfangreiches Arrangement, das die Besucher, gemessen am Applaus zweifelsfrei überzeugte.
Nicht weniger anspruchsvoll gestaltete sich sodann auch ein Ukrainisches Glocken-Weihnachtslied als episch orchestrales Werk. Da galt es aufregend intonierte Holzpassagen trotz etlicher Tempiwechsel in einem takttechnisch diffizilen Tempo durchzuhalten. Eine wahre Herausforderung, die durch geschickte Einsätze unterschiedlicher Stimmen dem Publikum den feierlichen Glockenklang sehr ergreifend vermittelte.
Warm um das Herz dürfte es den Besuchern bei Spirit of Christmas geworden sein. Denn Wolfgang Haag sang mit seiner klaren Tenorsolostimme in Begleitung der Kapelle internationale Weihnachtslieder, die sehr eindringlich auf die Besucher wirkten. Zum Genuss des Publikums erwies sich die St. Michaelskirche hierbei als idealer Resonanzraum. Passend zur der augenblicklichen Winterlandschaft sang Haag in Begleitung des Musikvereins „White Christmas“. Als zum Abschluss der Musikverein das traditionelle Weihnachtslied Oh Du fröhliche erklingen ließ, sangen die Besucher feierlich mit.
Christine Nickweiler